Urlaub ohne Koffer

627 Frankfurterinnen und Frankfurter haben 2016 mit der ökumenischen Aktion „Urlaub ohne Koffer“ einen Urlaubstag mit ihrer Familie oder als Einzelreisende verbracht; darunter 263 männliche Reisende (41,9 %) und 364 weibliche (58,10%). Ca. 60 % der Reisenden haben einen Migrationshintergrund. Der im Vergleich zum Vorjahr wiederum deutlich erhöhte Anteil spricht für den enormen Bedarf und funktionierende „Mund zu Mund- Propaganda“. Ohne dies gesondert zu erheben, konnten wir uns über die Teilnahme einiger Flüchtlinge mit ihren Familien freuen. Für die Mischung sozialer Gruppen und die Integration in die Stadtgesellschaft halten wir es für sinnvoll, das Angebot und die Werbung auszuweiten. Angesichts der unzureichenden Geldmittel im Jahr 2015 mussten wir uns aber dieses Jahr mit der breiten Werbung etwas zurückhalten. Bei ausreichender Finanzierung können über die Medien auch bedürftige Menschen angesprochen werden, die kaum Kontakt zu unseren Institutionen haben. Darüber hinaus ist es ein großes Ziel, mehr Angebote machen zu können, um wieder 2 - 3 Fahrten pro Person zu ermöglichen, damit „Urlaubs-„ und nicht nur „Ausflugsgefühle“ aufkommen.

Im Programm gab es dieses Jahr mehrere Neuerungen. Auf Wunsch besonders belasteter Mütter haben wir die Anregung aufgegriffen, dieser Gruppe nicht nur eine Fahrt zu ermöglichen, sondern als weiteres Angebot anzubieten, mit 15 Frauen einen Hamam in Mainz-Kostheim zu besuchen. Dafür gab es eine endlose Warteliste, große Begeisterung und den Wunsch nach mehr. Die Fahrt zum Kreativtheater-Workshop mit Theaterpädagogen im umgebauten Kloster Reuschberg bei Schöllkrippen musste zunächst intensiv im Gespräch beworben werden, denn je abstrakter das Angebot, desto schwieriger die Vermittlung über den kurzen Programmtext. Wer mitgefahren ist, hat ganz neue, aufregende, einmalige Erfahrungen mit sich und anderen machen können, wie uns berichtet wurde. Diese Erlebnisse sehen wir u.a. auch vor dem Hintergrund der fruchtbaren Kooperation mit der Initiative Allenstein e.V. Die Mitglieder der Initiative, Menschen mit verschiedenen Handicaps, bringen viel Reise- und Gruppenerfahrung mit und kennen sich untereinander. Davon profitieren alle, die über die offene Ausschreibung dazukommen. Stärkende soziale Erfahrungen gab es auch bei der Wanderung für Einzelne rund um Bensheim, von Anfang bis Ende bei strömendem Regen. Nach dem ersten Frust über das Wetter haben alle durchgehalten, Regenschutz untereinander aufgeteilt und sich den Tag nicht verderben lassen. Freizeitparks wie Lochmühle, Steinau an der Straße, Taunuswunderland oder Phantasialand erfreuen sich bei Familien dauerhafter Beliebtheit, viele wollen sogar immer wieder in den gleichen Park; eine Unternehmung, die für sie ohne „Urlaub ohne Koffer“ völlig unerreichbar wäre. Neu war auch die Kooperation mit den Islamischen Informations- und Serviceleistungen (I.I.S.) e. V., einer deutschsprachigen Moscheegemeinde, die unser ökumenisches Spektrum erweiterte.

Ihre Ansprechpartnerin

               Ute Schäfer
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